Die Anforderungen an nachhaltige Produkte steigen kontinuierlich – auch in der Schuhbranche. Doch wie steht es um die Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Schuhen? Diese Themen spielen eine zentrale Rolle in der Ecodesign-for-Sustainable-Products-Regulation (ESPR) und der EU-Green-Deal-Strategie.
In unserem Artikel zum EU-Green-Deal und seine Verpflichtungen erfahren Sie, welche Maßnahmen, der EU-Green-Deal umfasst und welche Verpflichtungen für Unternehmen daraus resultieren.
Nachhaltigkeit und Haltbarkeit in der Schuhbranche
Viele Nachhaltigkeitsziele wie Reparierbarkeit oder Recycling sind in der Schuhbranche noch schwer umsetzbar. In einigen Branchen gibt es zwar bereits fundierte Studien und Informationen zum Thema Lebensdauer und Möglichkeiten zum Recycling, aber die Ergebnisse lassen sich nicht 1:1 übertragen – zu groß sind die Unterschiede in Design, Nutzung und Materialvielfalt von Schuhen.
Während Branchen wie die Automobilindustrie bereits umfangreiche Daten zu Recyclingpotenzial, Lebensdauer oder der Abgabe von Mikroplastik bereitstellen, steht die Forschung rund um die Haltbarkeit von Schuhen noch am Anfang. Zwar existieren etablierte Materialprüfungen (z. B. Abriebwiderstand von Laufsohlen oder Futtermaterialien), doch diese lassen sich nicht ohne Weiteres auf den tatsächlichen Gebrauch übertragen. Faktoren wie Design, Konstruktion und Materialkombination sowie die individuelle Nutzung durch den Träger beeinflussen die Lebensdauer erheblich.
Herausforderungen bei Reparatur und Recycling
Ein weiterer Aspekt: Reparaturmöglichkeiten sind oft eingeschränkt. Zwar lassen sich Einlegesohlen relativ einfach ersetzen, bei Beschädigungen im Fersenfutter oder Sohlenverbund ist die Reparatur jedoch oft zu aufwändig oder zu teuer. Daher endet die Nutzungsdauer eines Schuhs häufig mit dem ersten größeren Defekt. Positiv zu vermerken ist, dass in einigen Bereichen wie Wander- oder Trekkingschuhen bereits Reparaturangebote existieren, die zur Verlängerung der Produktlebensdauer beitragen.
Langfristig muss der Fokus allerdings stärker auf Qualität und Langlebigkeit gerichtet werden, um der Problematik von Fast Fashion entgegenzuwirken und die Nachhaltigkeit in der Schuhbranche zu fördern.
Das PFI unterstützt nachhaltige Produktentwicklungen
Das PFI Prüfzeichen für Schuhe sowie das PFI Eco Label unterstützen Unternehmen dabei, relevante Anforderungen zu erfüllen und ihre Produkte zukunftssicher zu gestalten. Darüber hinaus bieten wir in unserem physikalischen Prüflabor eine Vielzahl praxisnaher Materialprüfungen an – z. B. zu Verschleiß, Festigkeit, Dauerbelastung oder Alterung. Diese Prüfungen liefern wichtige Erkenntnisse, um die Haltbarkeit und Qualität Ihrer Schuhe gezielt zu verbessern.
Sie haben Fragen? Unsere Experten stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Liselotte Vijselaar
Physikalische Materialprüfung
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