Frischer Wind am PFI – Michael Tackenberg im Austausch mit dem neuen PFI Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Günter Schell

Mit Prof. Dr.-Ing. Günter Schell übernimmt zum 5. Januar ein Materialwissenschaftler und Maschinenbauingenieur die Leitung des PFI. Im Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Michael Tackenberg spricht er darüber, warum ihn die Interdisziplinarität besonders reizt, welche Rolle Teamgeist, Internationalität und Kundennähe für ihn spielen – und weshalb für ihn am Ende immer der Mensch im Mittelpunkt steht.

Sie werden ab 5. Januar das PFI in Pirmasens leiten. Ich freue mich schon sehr auf unsere Zusammenarbeit.

Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Mir gefällt die interdisziplinäre Ausrichtung. Das PFI verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit Praxisnähe und starken Partnern aus Wirtschaft und Verbänden.

Sie kommen nicht aus der Lederwelt – sondern?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Das stimmt. Als Professor für Materialwissenschaft und promovierter Maschinenbauingenieur habe ich mich am KIT (Karlsruher Institut für Technologie) mit keramischen Werkstoffen, Hochleistungskeramik und Technologien beschäftigt. Meine Tätigkeit dort beinhaltete beide Bereiche: Forschung und Lehre. Hier sehe ich Parallelitäten zum PFI. In beiden Branchen geht es außerdem um ein breites Verständnis für die Sache: in der Keramikwelt muss vom Pulver bis zum Bauteil die gesamte Prozesskette stimmen – das Gleiche gilt für Leder und Schuhe.

Hatten Sie in der Vergangenheit bereits mit dem Material Leder bzw. dem Produkt Schuh Berührungspunkte?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Tatsächlich ja. Wenngleich eher im persönlichen Bereich. Nach einem Unfall habe ich durch das Tragen von individuell angepassten, orthopädischen Schuhen meine Schmerzen lindern und meinen Gang bzw. Körper wieder in Balance bringen können. Diese Bereiche, also Medizin, Sport und Orthopädie sehe ich im Übrigen auch als wichtige und spannende für das PFI.

Wo sehen Sie in Bezug auf Ihre vorherige Tätigkeit Gemeinsamkeiten bzw. Synergien?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Zum einen gibt es viele Überschneidungen beim Themenkomplex Materialien, Forschung und Prüfung. Zum anderen spielt die Anwendung des Produktes eine wichtige Rolle. Hier steht immer der Mensch im Vordergrund. Synergien sehe ich also auch in den Bereichen Qualifizierung, Herstellung und Anwendung.

Die Frage ist möglicherweise etwas früh gestellt: aber haben Sie Ziele? Besondere Vorhaben?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Das PFI ist schon heute sichtbar. Aber ich möchte diese Sichtbarkeit ausbauen. Mit mehr Marketing und mehr, auch persönlicher Präsenz – und über die Branche hinaus.

Worauf kommt es Ihnen bei Ihrer Tätigkeit im Allgemeinen an?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Intern möchte ich das Team stärken und extern den Dialog mit Partnern und Kunden intensivieren. Diese Vorhaben sehe ich sowohl nach innen gerichtet als auch über die verschiedenen Standorte. Es ist wichtig, dass wir uns gemeinsam aufstellen. Die Begriffe Team und Mensch müssen inhaltlich gefüllt werden – das bringt Mehrwert. Nicht zuletzt geht es mir darum, die Kreativität der Mitarbeiter am PFI zu fördern, Neues zu wagen und Dinge zu bewegen.

Ihr wissenschaftlicher Anspruch ist hoch. Wie denken Sie, lassen sich Wissenschaft und Praxis bei Ihrer neuen Aufgabe am PFI vereinbaren?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Der wissenschaftliche Anspruch ist auch beim PFI sehr hoch. Es geht darum Wissen zu generieren und dieses Wissen sichtbar zu machen. Der Anspruch liegt im Detail, im Verständnis für das Produkt und die entsprechende Umsetzung. Wir müssen wissen, wie der Mensch tickt, der das Produkt einsetzt. Diese Stellschrauben sind wichtig, um das große Ganze zu verstehen – intern, aber auch mit Blick auf unsere Kunden.

Welche Rolle spielt für Sie die Internationalität?

Prof. Dr.-Ing. Günter Schell: Die Internationalität spielt eine große Rolle. Wir können uns nicht im Kleinen einigeln. Wir müssen uns auf der ganzen Welt darstellen und dabei unterschiedliche Wertesysteme berücksichtigen. Gemeinsam mit dem großartigen Team möchte ich das PFI weiterentwickeln, Chancen gemeinsam gestalten und die Expertise des PFI weltweit sichtbar und wirksam einsetzen.

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